Montag, 19. Dezember 2016

Sprachstück des Monats: Korrekturlesen reloaded

Liebe Fetischisten der korrekten Grammatik,

das Korrekturlesen, oder eher gesagt das Nicht-Korrekturlesen, war schon immer ein Bereich, für den sich der Sprachblogger besonders interessiert hat.

Meist traf es da Lokalzeitungen und die ortsansässige Gastro-Szene, doch heute legen wir, ganz im Sinne von Weihnachten und Beschenken, nochmal eine Schippe drauf.

In den letzten Wochen taten sich der Weltkonzern mit dem Apfel und das große, magentafarbene T zusammen, um einen Musik-Streaming Dienst zu bewerben. Dafür wurden bekannte Fussballgrößen rekrutiert, die lässig durch den Wald rennen, und so weiter. Viel, na sagen wir mal, bemerkenswerter ist es jedoch, dass trotz geballter Kompetenz und Prominenz wohl niemand über den Abspann gelesen hat. Dort findet man nämlich folgenden Wortlaut:


"Erlebe Apple Music 6 Monate kostenlos im bestem Netz. Exklusiv bei der Telekom."

Hat da denn jemand seine Fälle nicht auswendig gelernt? Kam da wohl einer mit dem Akkusativ und dem Dativ durcheinander? Und vor allem, warum fällt das niemandem auf?

Fragen über Fragen, das Resultat bleibt jedoch das gleiche. Hätte man mal jemanden gefragt, der sich mit sowas auskennt...

In dieseN Sinne, viel Spaß beiN Musikhören und eine besinnliche Weihnachtszeit

Johannes August




Montag, 12. Dezember 2016

Gesunde Ernährung meets Sprache

Liebe Gesundheits- und Ernährungsbewusste,

na, gehören Sie auch zu der wachsenden Gemeinde derjeniger, die immer mehr tierische Produkte aus ihrem Ernährungsalltag verbannen?

Zugegeben, dem Verzicht auf Fleisch und dergleichen ist nicht wirklich etwas entgegen zu setzen, doch sollte man dann, zumindest aus der leicht ironischen Sicht des Sprachbloggers, auch konsequent sein und seine Sprachgewohnheiten gleich mit umstellen. Sie verstehen nur Bahnhof, hier einige Beispiele:

Im sprachlichen Alltag verwenden wir oft Aussagen wie "Das ist mir doch Wurst!". Die Frage ist nun, darf ein Vegetarier, oder gar ein Veganer bedenkenlos diesen Ausspruch tätigen, ohne gegen sein sich selbst auferlegtes Credo zu verstoßen? Wäre nicht ein "Das ist mir egal!" wesentlich neutraler? Oder muss man die Aussage sogar dahingegen modifizieren, dass sie nun "Das ist mir Sojawurst!" oder "Das ist mir Fleischersatzprodukt!" heißt?

Auch das ein oder andere Sprichwort ist zumindest im Ansatz anti-vegan behaftet. Wenn nämlich der frühe Vogel den Wurm frisst, ist das dann aus fleischlosen Gesichtspunkten heraus noch vertretbar?

Aber es entsteht ja nicht nur diese Diskrepanz zwischen Fleischfressern und den Nicht-Fleischfressern, auch Vegetarier und Veganer haben Differenzierungsbedarf. Während ein Vegetarier durchaus einen ziemlichen Käse erzählen kann, muss hier dem Veganer gegenüber wohl mit genügend political correctness verbalisiert werden, dass er doch einen ziemlichen Hefeschmelz erzähle...

Diese Liste liesse sich noch unendlich weiterführen, der Stein zum Nachdenken ist aber angestoßen.

Mit einem zwinkernden Auge

Johannes August



Montag, 28. November 2016

Sprachstück des Monats: es gibt etwas zu essen

Werte Sprachgemeinschaft,

haben Sie auch Hunger? Dann bietet Ihnen der Sprachblogger heute Essen für die ganze Woche an:

(Quelle: Heidemarie Kirchner)

Lassen Sie es sich schmecken - es könnte jedoch am Ende der Woche kritisch werden...

Eine gute Zeit wünscht
Sebastian Kirchner

Montag, 21. November 2016

Jugendwort 2016: fly sein


Werte Junggebliebene,

wie auch schon im letzten Jahr (für 2015 siehe hier) unterrichtet Sie der Sprachblogger gerne wieder über die neuesten Ergebnisse der Sprachabstimmungen. Heute: das Jugendwort 2016.

Wie verschiedene Quellen (z.B. hier) melden, ist der Gewinner "fly sein". Dies soll in der Erwachsenen-Sprache soviel bedeuten wie "besonders abgehen". Nun ja, verglichen mit den anderen Nominierungen zaubert es kein sonderliches Kreativitätslächeln in das Gesicht des Sprachbloggers.

Hingegen zeugen die weiteren Titelaspiranten von mehr Einfallsreichtum:

Wofür könnte beispielsweise "Hopfensmoothie" stehen? Na, erkannt? Richtig! Für: Bier!
Oder "Bambusleitung"? Das charakterisiert eine schlechte Internetverbindung,
Und ein "Tintling"? Richtig erraten. So nennen Jugendliche einen tätowierten Menschen.

Ob die Jugendlichen diese Begriffe flächendeckend wirklich verwenden, sei dahin gestellt, aber zumindest stecken eine Menge Fantasie und Schöpfungskraft dahinter.

Bleiben Sie diese Woche jedenfalls im Flow ;-)
Sebastian Kirchner

Montag, 7. November 2016

Wenn der Badende das Badende erreicht...

Liebe Lesende,

heute ist alles am Ende! Denn was passiert, wenn der Badende das Badende erreicht oder der Strandende am Strandende ankommt? Raus aus dem Wasser sucht die Strickende nach mehr Wolle, wenn sie am Strickende angekommen ist. Sollte sie nicht fündig werden, hat die Suchende zumindest das Suchende gefunden. Dann aber ab zu einem herbstlichen Spaziergang, denn was gibt es schöneres, wenn der Spazierende bis zum Spazierende läuft, um dann eine Tasse heißen Tees zu trinken? Wenn die Tasse dann leer ist, können Sie sich vermutlich ja schon vorstellen, was dann passiert: dann ist es das Trinkende :-)

Vertreiben Sie sich doch auch ein wenig die Zeit und bilden diese lustigen Partizipien einmal vor sich hin. Einen Versuch ist es allemal wert: aus Ihnen würden dann Versuchende. Und wenn Sie keine Lust mehr haben, bedeutet dies das Versuchsende.

Starten Sie gut in die Woche bis zum Wochenende,
Sebastian Kirchner


Montag, 24. Oktober 2016

Freunde im Radio

Hallo Ihr da draußen!

Ja, genau Euch meine ich. Ihr, die Ihr gerade vor diesem Post sitzt und ihn ungläubig lest. Und warum ungläubig? Na zumindest vermute ich das. Denn die persönliche Anrede ist beim Sprachblogger doch bisher nicht üblich.

Jedenfalls ging es mir so. Nein, nicht etwa, als ich einen Post gelesen habe, sondern als ich neulich im Auto saß und Radio hörte. Da war folgende Meldung zu vernehmen: "Haltet bitte eine Rettungsgasse frei".

Gut, mir ist schon klar, was damit gemeint ist. Vermutlich ist ein Unfall geschehen und nun weisen die Radiostationen darauf hin, dass die Autofahrer für die Rettungsfahrzeuge Platz machen sollen. Ich bin aber vielmehr über die Formulierung gestolpert: "Haltet ...". War das nicht nach den Brüdern Grimm die 2. Person Plural? Doch, doch, richtig gelernt. Aber was sagte nochmal der Lehrer zu seinen Schülern in der Grundschule: "Wenn Ihr jemanden nicht kennt, dann sprecht Ihr diese Person mit Sie an, also in der 3. Person Plural."

Und so entstand meine Verwirrung: kennt mich der Moderator? Sind wir uns schon einmal persönlich begegnet? Haben wir gar zusammen Schweine gehütet?

In der Folge achtete ich dann stärker darauf, welche (persönliche) Beziehung Moderatoren zu ihren Hörern haben. Und siehe da: radiostationsunabhängig (ob privat oder öffentlich-rechtlich, ob süddeutsch oder norddeutsch, etc.) werden in sog. Morning-Shows Freundschaften geschlossen, die aber gegen Mittag schon wieder hinfällig sind. Es existiert ein lustiger Wechsel in der Wahl der Anrede. Nun, jeder mag das anders sehen. Aber hier? Beim Sprachblogger?

Kurzum: wir kennen uns nicht. Zumindest nicht persönlich. Und da der Sprachblogger ein ganz ein konservativer ist, bleibt er zunächst beim Sie. Ich hoffe, Ihr versteht das ;-)

Schöne Woche,
Sebastian Kirchner

Montag, 10. Oktober 2016

Sprachstück des Monats: Parkverbot auf bayerisch

Liebe Freunde der regionalen Sprachkultur,

immer wieder erreichen uns Zuschriften eifriger Leser unseres kleinen Blogs. Dieses Mal schickt uns Constanze Fuchs aus München folgendes Bild, das wir prompt zum Sprachstück des Monats küren:




Der Sprachblogger meint: eine gelungene Anwendung des südlichen Sprachgebahrens.

In diesem Sinne: a guade Woch´

Sebastian Kirchner


Dienstag, 4. Oktober 2016

Heute etwas frivol: der Puff

Liebe Freunde der gehobenen Sprache,

heute wagt sich der Sprachblogger einmal an Wörter, die manchen die Schamesröte ins Gesicht treiben. Doch auch diese kleinen possierlichen Teilchen unseres Wortschatzes haben es verdient, unter die Lupe genommen zu werden.

Heute dreht sich alles um den Puff. Aber nicht etwa, wie man immer noch schamesrot meinen könnte im Sinne eines Synonyms für einen Knall oder einen dumpfen Stoß. Tatsächlich handelt es sich um den umgangssprachlichen Ausdruck für Bordell. Doch woher stammt dieser Begriff?

Die Bibliophilen (aber ja doch, auch die www-affinen Leser) finden die Erklärung dafür schnell
im Herkunftswörterbuch von Duden: Puff bezeichnete demnach zunächst ein Brettspiel mit Würfeln, bei dem der Klang der Würfel, wenn sie auf das Brett aufschlugen, dem mittelhochdeutschen buf (Stoß, dumpfes Geräusch) lautnachahmend namensgebend war. Wendungen wie "mit einer Dame Puff spielen" verhüllten dann im 18. Jahrhundert die tatsächlichen Vorgänge, woraus dann schließlich Puff = Bordell abgeleitet wurde. Vermutlich wirkte dabei auch die Bedeutung koitieren für puffen mit.

Wir lernen also: schon unseren Altvorderen wussten, was mit Sprache möglich ist.

Alles Gute für diese Woche,

Sebastian Kirchner


Montag, 19. September 2016

Auch so begeistert?

Liebe Freunde der Sprachpflege,

herzlich willkommen zurück nach der etwas längeren Sommerpause des Sprachbloggers. Auch wir warten schon sehnsüchtig darauf, die neuesten Fundstücke, Auffälligkeiten und Bemerkenswertes rund um die deutsche Sprache zu diskutieren.
Dazu nutzten die Sprachblogger intensiv die letzten Wochen und haben nun wieder Einiges im Repertoire, was besprechenswert ist.

Und nachdem wir schon ganz aufgeregt sind, diese Gedanken hier zu teilen, wollen wir auch eben genau mit dieser Begeisterung hier beginnen. Oder, etwas anspruchsvoller formuliert: wir stürzen uns mit vollem Enthusiasmus in die Arbeit. Und genau da fängt es an: sind wir nun Enthusiasten? Oder Enthusiasmen? Oder Enthusiasmierte?

Für diese Überlegung liefert auch dieses Mal wieder ein Beitrag auf n-tv.de die Vorlage:

"Nun sind sie dort, wo sie hinwollten. Und in ihrem ersten Heimspiel in der Bundesliga schlagen die Leipziger gleich Borussia Dortmund. Das enthusiasmierte Publikum sorgt für eine prächtige Stimmung. Mit Glück hat das wenig zu tun."
(Quelle: http://www.n-tv.de/sport/fussball/Abartige-Leipziger-nerven-den-BVB-article18613351.html)

Mal Hand aufs Herz: wer von Ihnen hatte bisher schon einmal das Wort "enthusiasmiert" gelesen? Geschweige denn, selbst gebraucht? Aber: wir wollen diesmal dem flotten und damit häufig auch flüchtigen Gebrauch der Sprache im Internet nicht Unrecht tun. Denn tatsächlich findet man bei duden.de die Legitimierung dafür.

Starten Sie also voller Euphorie in diese Woche,

Sebastian Kirchner

Montag, 25. Juli 2016

Sommerpause

Treue Leser,

der Sprachblogger verabschiedet sich in die Sommerpause. Aber natürlich gibt es noch ein kleines Augenzwinkern mit auf den Weg:




Geniessen Sie die Urlaubszeit,

Sebastian Kirchner

Montag, 18. Juli 2016

Sprachstück des Monats: Verjüngung

Werte Jungbrunnen,

Sie suchen nach einer Möglichkeit, sich um 3 Jahre zu verjüngen? Na dann sollten Sie sich einfach von der Polizei beschreiben lassen:


(Quelle: Günzburger Zeitung)

Wieder einmal gilt: doppelt lesen hält besser!

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Sebastian Kirchner

Montag, 11. Juli 2016

Respekt!

An alle respektvollen und -losen Leser in dieser Runde!

Bitte gerade Haltung einnehmen, ordentlich hinsetzen und die Augen schärfen! Denn es geht um nicht weniger als den respektvollen Umgang mit unseren meist vierbeinigen Mitbewohnern, die zum Verzehr geeignet sind. Ja, Sie haben richtig gelesen: der respektvolle Umgang mit der Nahrung eines großen Teils der Bevölkerung beherrscht diesen Beitrag.

Nun gut, werden Sie sich vielleicht denken, das scheint Alltag zu sein und warum könnte es sich also lohnen, hier noch weiter zu lesen?

Na weil der respektvolle Umgang mit der tierischen Grammatik nicht so einfach ist. Glauben Sie nicht? Na dann lesen Sie doch selbst:

"Merkel fordert Respekt für Schweinebraten" (hier).

Ja und nun? Stimmt: wir sollten alle die Schweine stärker achten. Was würden wir nur ohne die possierlichen Tierchen machen, die uns immer wieder Grund für viele vergnügliche Bilder geben (jemand hat Schweineohren, er stinkt wie eine Sau, ich glaub mein Schwein pfeift, usw.) Oder vielleicht ist es ein Aufruf der Kanzlerin, mehr Schweinefleisch zu essen? Oder sollten wir gar generell mehr Braten essen, weil ihr das Schwein herzlich egal ist?

Lassen Sie uns Licht ins Dunkel dieser grammatischen Spitzfindigkeit bringen (Der ein oder andere von Ihnen wird beim Lesen dieser Schlagzeile von n-tv.de ja sowieso schon zusammengezuckt sein):
Natürlich muss es korrekterweise "Respekt vor ..." und nicht etwa "Respekt für ..." lauten.

Vermutlich hat das Uns-Angie auch so gesagt - mindestens aber gemeint. Niemand soll in diesem Land gezwungen werden, (Schweine-)fleisch zu konsumieren. Vielmehr geht es darum, den Schweinebraten zu achten, weil er (so meinte es vermutlich die Kanzlerin, der genaue Wortlaut geht aus dem Artikel leider nicht hervor) zur deutschen Kultur gehöre.

Also zusammengefasst: Respekt vor dem Schweinebraten - schließlich hat er es verdient!

Auf bald,

Sebastian Kirchner





Montag, 4. Juli 2016

Der Fußball und seine Sprache

Werte Fußballfreunde,

haben Sie auch das Spiel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Samstag gesehen? Und glaubten Sie an einen Sieg oder fürchteten Sie eine Niederlage?

Inzwischen wissen wir glücklicherweise, wie der Elfmeterkrimi gegen Italien ausgegangen ist. Aber halt: Elfmeterkrimi? Reicht das in der Wortwahl aus, um das Drama kurz vor Mitternacht zu beschreiben? Müsste es nicht eher Elfmeter-Horror, Elfmeter-Thriller oder Elfmeter-Krieg lauten?

Sie ahnen es bereits. Der Sprachblogger will sich hier gar nicht über die sportlichen (Un-)Künste von Schweinsteiger & Co. unterhalten, sondern wieder einmal Anstoss nehmen an der unsäglichen Wortwahl der Medien.

Im Mittelpunkt dieser Betrachtung steht ein Wort, das durch die Presselandschaft ging, aber aus Sicht des Sprachbloggers nun wirklich nichts mit Sport zu tun hat: die Todeshälfte. Dieser Begriff soll den Teil in den K.O.-Spielen nach der Gruppenphase bezeichnen, der als vermeintlich wesentlich schwieriger gilt.

Beispielsweise ist das hier bei n-tv oder hier bei BILD nachzulesen.

Schon bei der WM 2014 und im letzten Jahr geisterten Wörter durch die Fußballwelt, die aus sprachlicher Sicht nur höchst zweifelhaft für sportliche Zwecke dienen: Spezialkräfte, Blitzkrieg und tödlich.

Auch damals wies der Sprachblogger pflichtbewusst auf diesen Unsinn hin.

Daher nun noch einmal der Appell: Deutschland möge gewinnen, aber keinen Krieg sondern die Europameisterschaft! Dafür wünschen wir der Nationalmannschaft alles Gute!

Nächste Woche wissen wir mehr,
bis dahin eine friedliche Zeit,

Sebastian Kirchner






Montag, 27. Juni 2016

#BREXIT - Ein Begriff und dessen Etymologie

Liebe Europäer,

kaum ein Begriff prägte die Schlagzeilen der letzten Tage und Wochen so sehr, wie der des #BREXIT.

Mittlerweile, da die Entscheidung zum Austritt Großbritanniens aus der EU gefallen ist, dürfte die reine Bedeutung klar sein.

Diese setzt sich aus den englischen Wörtern "Britain" und "exit" zusammen, also aus "Großbritannien" und "Ausstieg/Ausgang". Nun ja, passt wohl alles soweit...

Weniger bekannt dürfte allerdings sein, dass es sich aus sprachwissenschaftlicher Sicht bei der Wortbildung von #BREXIT um ein sogenanntes Portmanteauwort handelt.

Portman...was???

Ein sogenanntes Portmanteauwort, oder auch Schachtelwort genanntes Kunstwort besteht aus mehreren Wörtern, die durch Überlappung zu einem Wort mit geänderter Bedeutung verschmolzen werden. Bekannte Beispiele hierfür sind Brunch ("breakfast" und "lunch"), oder auch jein ("ja" und "nein").

Wussten Sie übrigens, dass der #BREXIT eigentlich #BRIXIT heissen sollte, und nur aufgrund des zuvor drohenden #GREXITs umbenannt wurde?

Sehen Sie, schon wieder was gelernt!

Auf bald, und bleiben Sie in der EU...

Johannes August

Montag, 20. Juni 2016

Wer hat den Franz eigentlich zum Kaiser gekrönt?

Liebe Fußballfreunde,

wir sind wieder mittendrin in der Fußballeuphorie - diesmal in der EM und nicht der WM. Aber dennoch bleibt vieles beim Alten: militärische Sprache, grammatische Unwägbarkeiten und interessante Fragen der Journalisten an die Spieler.

Bei solchen Großereignissen dürfen dann auch die Helden des vergangenen Jahrhunderts nicht fehlen. Allen voran die "Lichtgestalt" des deutschen Fußballs, Franz Beckenbauer oder auch bekannt unter dem Namen Kaiser Franz.

Doch wie wurde aus einem Fußballer ein gekröntes Haupt, das es in dieser Form auf der Welt nur noch in Japan gibt?

Der Sprachblogger hat sich für seine treuen Leser wieder einmal investigativ gezeigt und in den wwwweiten Welten nach der Ursache geforscht.

Demnach gibt es zwei weit verbreitete Erklärungen. Welche der beiden nun die wahre Ursache für das blaue Blut nennt, bleibt allerdings unklar.

Franz Beckenbauer posierte anlässlich eines Freundschaftsspiels in Wien neben der Büste von Kaiser Franz I. Und so wurde er der legitime Nachfolger des Kaisers.

Eine zweite Anekdote besagt, dass Franz Beckenbauer einen Gegenspieler, Reinhard Libuda, genannt der König von Westfalen, gefoult hatte. Weil er sich dann den Pfiffen der gegnerischen Fans erwehrte und diese Fans sogar mit einem Ball-Balancier-Akt düpierte, benötigte die Presse eine Steigerung zum König. Und so war der Kaiser geboren.

Welche Farbe auch immer Ihr Blut hat: mögen Sie es in dieser Woche (und auch weiterhin) nicht zu Gesicht bekommen.

Sebastian Kirchner





Montag, 13. Juni 2016

Sprachstück des Monats: Wenn "frei" nicht "ohne" ist...

Liebe Kostverächter und Allergiker,

seit nunmehr einiger Zeit lässt sich in den Regalen von Supermärkten und auf Speisekarten von Restaurants ein Trend bemerken: Der Trend zu laktose- und glutenfreien Lebensmitteln.

Bei dem Versprechen "glutenfrei" möchte man also meinen, dass es sich hier um einen Artikel mit keinerlei Gluten handelt - aber das scheint beim heutigen Sprachstück wohl nicht ganz der Fall zu sein... 


Wie Sie eindeutig sehen können, wird auf der Vorderseite der Verpackung eindeutig mit "Gluten Free" geworben, auf der Rückseite wird dieses Feature sofort wieder revidiert. Der Zusatz "kann Spuren von Gluten enthalten" erscheint hier doch äußerst seltsam! 

Bedeutet also frei nicht gleich ohne? Rein von der Wortbedeutung her könnte man so etwas vermuten, das deutsche Lebensmittelrecht hingegen gesteht dem Produzenten zu, bis zu 20mg/kg als immer noch "frei" zu titulieren... 

Nun ja, 20mg/kg sind tatsächlich nicht viel, von der eigentlichen Bedeutung von frei oder ohne sind aber auch 20mg/kg immer noch meilenweit entfernt! 

Von daher, guten Appetit 

Johannes August 





Montag, 6. Juni 2016

Hof oder Hafen?

Werte Weitgereiste,

suchen Sie auf Ihren Autofahrten ab und zu einen Autohof auf? Oder reisen Sie lieber per Flugzeug vom nächsten Flughafen aus? Vielleicht bevorzugen Sie aber doch einen Bahnhof? Oder sind Sie schließlich im Hafen der Ehe angekommen?

Diese Woche dreht sich alles um Orte, an denen Menschen zusammenkommen - meist, um (im Leben) weiterzukommen. Aber wann spricht man von einem Hof und wann von einem Hafen?

Lassen Sie uns doch zur Rätsels Lösung die Etymologie (Quelle: Duden - das Herkunftswörterbuch) befragen:

Das Wort Hafen bezeichnete im niederdeutschen einen "Lande- und Ruheplatz" (beispielsweise für Schiffe). So findet sich dieser Ausdruck auch in zahlreichen Stadtnamen wieder: beispielsweise Ludwigshafen, Cuxhaven, Friedrichshafen.

Die Herkunft von Hof hingegen ist nicht ganz sicher geklärt. Entweder bezeichnete es etwas "Gewölbtes/ Gebogenes" wie auch eine Erhebung und Anhöhe gewölbt ist und sich darauf in früheren Zeiten häufig die Höfe befanden. Oder es bezeichnete einen eingehegten Raum (also einen Ort, der beispielsweise mit einem Zaun, früher aus einem Geflecht, umgeben ist) und dann auch einen Ort bezeichnete, der von Gebäuden oder Gebäudeteilen umschlossen ist.

Nach dieser Erklärung kann man die beiden Begriff in ihrer Bedeutung gut zuordnen: während ein Bahnhof oder auch Autohof zwar auch ein Lande- und Ruheplatz ist, besteht er doch meist aus Gebäuden, die etwas umschließen. Häfen dagegen sind offene "Plätze", an denen etwas landet oder ankommt.

Ob Ihre Ehe nun ein Hafen oder ein Hof ist, bleibt Ihnen überlassen.

Sebastian Kirchner

Montag, 30. Mai 2016

Praxisgemeinschaft vs. Gemeinschaftspraxis

Liebe Lesende,

wann waren sie zuletzt beim Arzt? Hoffentlich ist Ihr Leiden inzwischen behoben. Oder war es eine längere Leidensgeschichte aber nicht aufgrund der Erkrankung, sondern weil sie ein Arzt zum anderen geschickt hat und keiner so Recht mit den von Ihnen beschriebenen Symptomen etwas anfangen konnte?

Vermutlich mussten Sie auch die Praxis erleben, dass man durchaus in verschiedene Praxen geschickt wird. Geschickt ist es dann, wenn diese Praxen in demselben Gebäude liegen - häufig gelebte Praxis bei Praxen. Spricht man dann in diesem Zusammenhang von einer Praxisgemeinschaft oder von einer Gemeinschaftspraxis?

Gerne bringt der Sprachblogger auch hier wieder Licht ins Dunkel der terminologischen Sprachtiefen:

Eine Gemeinschaftspraxis bezeichnet eine Kooperationsform von Ärzten (oder auch anderen freiberuflichen Tätigkeiten), in der neben der Nutzung von denselben Räumlichkeiten und Büroorganisationen vor allem eine gemeinsame Abrechnung vorgenommen wird. Das bedeutet, dass die Ärzte eine gemeinsame Gesellschaft haben und über diese dem Patienten bzw. der Krankenkasse die Kosten in Rechnung gestellt werden.

In einer Praxisgemeinschaft hingegen werden zwar auch gleiche Räumlichkeiten genutzt (also quasi eine Kostengemeinschaft betrieben), aber es besteht keine wirtschaftliche Gemeinschaft, so dass jeder Arzt selbständig auftritt und für sich abtritt.

Der Sprachblogger kann keine Empfehlung aussprechen, welche Kooperationsform Sie aufsuchen sollten, sondern hält sich nicht nur des gelungenen Reimes wegen an die angelsächsische Weisheit:

An apple a day keeps the doctor away!

Sebastian Kirchner

Montag, 23. Mai 2016

Stilmittel zum Nachmachen: Sarkasmus vs Ironie

Werte Pausenclowns und Hobbypolitiker,

immer mal wieder widmet der Sprachblogger sich der Aufklärung von grammatischen Unklarheiten und der Erklärung von sprachlichen Feinheiten. Aus diesem Grund soll heute einmal dargestellt werden, worin eigentlich der Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus liegt.

Der Sarkast per se möchte mit seiner Aussage bewusst verletzen (oder zerfleischen, wenn man vom griechischen Wortursprung ausgeht). Seine Intention ist der pure Hohn gegenüber seinem Gesprächspartner. Sarkasmus definiert sich daher hauptsachlich durch seine Absicht, die durchaus auch ironisch durch den Tonfall einer Aussage ausgedrückt oder verstärkt werden kann.

Der Ironiker hingegen verdreht eine Aussage, um damit seinen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Im Gegensatz zum Sarkasmus ist zum Verstehen der Ironie eine gewisse kognitive, sowie emotionale Intelligenz notwendig, da das Implizierte oftmals nur aus dem Zusammenhang entschlüsselt werden kann.

Ironie ist daher immer indirekt, wohingegen Sarkasmus oftmals frontal und zielgerichtet geäußert wird (außer der Sarkast bedient sich selbst der Ironie, um sarkastisch zu wirken).

Durchaus treffende Beispiele für Sarkasmus lassen sich in den Artikeln des Postillions finden. Das zur Zeit jedoch wohlbekannteste ist das sogenannte "Schmähgedicht" auf den türkischen Präsidenten Erdogan von Jan Böhmermann.

Auf eine aufschlussreiche Woche

Johannes August




Montag, 9. Mai 2016

Sprachstück des Monats: Polizei, bitte nicht betteln!

Liebe Sprachgemeinde,

es ist an der Zeit, wieder einmal auf die Bildersprache einzugehen. Bei einem Ausflug entdeckte der Sprachblogger folgendes Schild:




Bei flüchtigem Hinsehen fragt man sich: Was genau ist damit gemeint? Bitte keine bettelnden Polizisten? Oder: Wir geben das Geld lieber der Polizei? Oder gar: Wir sind die Polizei - wir haben kein Geld!

Natürlich weist das kleine Symbol links unten auf die tatsächliche Intention dieser Aussage hin: Wenn Sie Geld brauchen, dann rufen Sie die Polizei an! ;-)

Guten Start in die Woche wünscht

Sebastian Kirchner